Die Landfrachtkapazitäten in Europa sind nicht einmal annähernd ausgelastet – bei einem durchschnittlichen Transport bleiben 30 bis 40 Prozent der Frachtkapazität ungenutzt. Angesichts der wachsenden kundenseitigen Nachfrage nach pünktlichen Lieferungen von noch mehr Waren ist ein Offenlegen dieser verborgenen Frachtkapazitäten in der Lieferkette dringend geboten. Was die Logistik betrifft, so gibt es keine Alternative zur vernetzten Lieferkette.

Aber diese Vernetzung muss in einem viel größeren Maßstab erfolgen. Eine massive Überholung der Telematik liegt im besten Interesse nicht nur der Umwelt, sondern auch der Sicherheit des Fahrers, des Wartungs- und des Frachtgeschäftsbetriebs. Nur so kann die nächste Generation von Flottenmanagement-Software das Potenzial der Big-Data-Konnektivität umfassend realisieren.

Flottenmanagement-Software: Erfahrung zählt

Die RIO Box ist der Schlüssel zum digitalen Universum.
Die RIO Box ist der Schlüssel zum digitalen Universum.

Die Lösung? Es gibt sie schon, und zwar auf einer einheitlichen, offenen und cloudbasierten Plattform. Auf der digitalen RIO Plattform werden sich zukünftig alle Sendungen, die Fuhrparkwartung und die Compliance mit Fracht- und Sicherheitsanforderungen viel effizienter verfolgen lassen. RIO verbindet alle Akteure der gesamten Lieferkette; hinzu kommt, dass die Plattform auf der Grundlage nachweislicher Erfahrungen in der Landtransportlogistik entwickelt wurde. Diese bahnbrechende Technologie und Flottenmanagement-Software ist aus einer Kooperation der Marken der Volkswagen Truck & Bus GmbH hervorgegangen.

Seit August dieses Jahres stattet MAN die für Europa bestimmten Lkw grundsätzlich mit RIO Box aus.
Seit August dieses Jahres stattet MAN die für Europa bestimmten Lkw grundsätzlich mit RIO Box aus.

Über 280.000 Fahrzeuge sind derzeit mit Software von Scania One und Scania Digital Services verbunden. MAN Digital wurde eigens für MAN entwickelt und vernetzt derzeit 46.000 MAN Fahrzeuge – eine Zahl, die bis Ende 2018 auf 100.000 ansteigen wird. Dank der Allianz mit Navistar, einem strategischen Partner der Volkswagen Tochter Truck & Bus, ist mit über 650.000 vernetzten Fahrzeugen jetzt das größte globale Ökosystem für Nutzfahrzeuge möglich. 

Auch mit der Echtzeitkonnektivität auf der RIO Plattform geht es voran.

Håkan Schildt, Director of Strategy and Business Development des Scania Geschäftsbereichs Connected Services and Solutions

„Schon heute sind 91 Prozent unserer Fahrzeuge in Europa vernetzt. Weltweit liegt dieser Wert immerhin schon bei 60 Prozent.“

Håkan Schildt, Scania

Optimiert: Technologie, Telematik und Lkw-Ladungen

Scania ist Pionier bei der Vernetzung des Fahrzeugbestands.
Scania ist Pionier bei der Vernetzung des Fahrzeugbestands.

„Wir vernetzen alle 44 Sekunden ein weiteres Fahrzeug“, so Håkan Schildt, Director of Strategy and Business Development des Scania Geschäftsbereichs Connected Services and Solutions. „Schon heute sind 91 Prozent unserer Fahrzeuge in Europa vernetzt. Weltweit liegt dieser Wert immerhin schon bei 60 Prozent.“

Das Tool basiert auf der 30-jährigen Erfahrung Scanias mit der Entwicklung effizienter Abläufe in Produktionslinien und Betriebsverfahren in Fuhrwesen und Logistik. „Wir verstehen unser Tool als einen Optimierungsservice, der unseren Kunden zu besseren Abläufen in ihrem Produktionsbetrieb und zu einer bestmöglichen Nutzung ihrer Fahrzeuge verhilft“, so Schildt.

Dank dieser Echtzeiterkenntnisse können die Schwerlastfahrzeuge eines bestimmten Kunden in der Förderbranche sagenhafte 23 Stunden und 40 Minuten am Tag unterwegs sein – ein bisher unerreichter Wert. Sie stehen also gerade einmal 20 Minuten am Tag still, für einen Fahrerwechsel, zum Auftanken und für eventuell nötige Wartungsarbeiten.

Für Christian Kaiser, Chief Digital Officer bei MAN Truck & Bus, sind die Logistik sowie die Fracht- und Lkw-Vernetzung auf der RIO Plattform die für MAN Digital entscheidenden Faktoren, insbesondere für die Terminierung von Wartungsmaßnahmen. „Wir haben MAN ServiceCare und Connected CoDriver. Mit ServiceCare setzen wir uns zur Wartungsplanung proaktiv mit unseren MAN Kunden in Verbindung, um eventuelle Stillstandszeiten zu reduzieren. Wir beziehen die Daten von der RIO Box, dem Gerät zur Speicherung der Fuhrparkdaten, und verarbeiten die Informationen dann mit unserer Flottenmanagement-Software“, so Kaiser. Die zukünftig ebenfalls in RIO integrierte MAN Connected CoDriver-Lösung bietet ein individuelles Fahrertraining. Ihre detaillierten Fahrstil-Analysen basieren auf Fahrerdaten und der Datenanalyse des Frachtfahrzeugs und seiner Nutzung.

Eine markenneutrale globale Plattform

Es geht nicht nur um die individuellen Telematik- oder Flottenmanagement-Softwarepakete. Was zählt, ist die Einmaligkeit der kombinierten Softwareressourcen für OEM-spezifische Dienste. Während dieser Aspekt für sich allein Fracht- und Transporteffizienzen für Fuhrparkleiter bedeuten würde, wird die Lieferkette in der Logistik auch anderweitig transformiert. Die RIO Plattform wird zwar gemeinschaftlich innerhalb der Volkswagen Truck & Bus GmbH entwickelt, ist aber markenneutral. Es handelt sich dabei um eine offene Plattform und ein Betriebssystem für Software, in die auch eine Telematik für Fahrzeuge anderer Hersteller sowie Software Dritter zukünftig integriert werden können. Dieser einmalige Aspekt der RIO Plattform wird schon bald Hunderttausende von Lkw miteinander verbinden, sodass Fahrzeug-, Logistik- und Infrastrukturdaten zum ersten Mal in der Geschichte dieser Branche von verschiedenen Herstellern ausgetauscht werden können.

Das heißt, dass der RIO Plattform beim Aufteilen und Managen von Frachten zwischen Logistikunternehmen, Fuhrparkleitern und Verladefirmen, aber auch bei der Aufgabenverteilung zwischen Disponenten, Spediteuren, Fahrern und Empfängern eine größere Rolle zufallen wird. So kann ein Disponent mithilfe des RIO Flottenmonitors beispielsweise den gesamten Fuhrpark auf einem einzigen Bildschirm darstellen.

Dank dieser intelligenten Datenkombination wird auf nur einem Bildschirm ein lückenloser Überblick über Fahrzeuge, Anhänger, Krane, Versender, Fahrer, das Wetter, Straßenkarten, den Verkehr und die Arbeitszeit geboten. „Die eigentliche Herausforderung liegt darin, die vielen Bildschirme eines Disponenten durch einen digitalen Ablauf zu ersetzen“, meint Joakim Cerwall, Leiter der Abteilung Research and Innovation bei Volkswagen Truck & Bus.

„Und genau das leistet RIO“, so Martin Anke, Leiter von Sales & Marketing bei RIO. „Uns geht es um kombinierte Feeds. RIO integriert RIO Dienste mit OEM-Diensten, Logistiksoftware und Dienstleistungen Dritter, bei denen es sich auch um Versenderdienste handeln kann.“ Kurz gesagt: Die RIO Plattform ist eine vereinheitlichte, benutzerfreundliche Flottenmanagement-Lösung.

Vertraute Logistik-Softwarepartner

Loadfox kombiniert mithilfe eines innovativen Algorithmus Teilladungen aus dem Partnernetzwerk zu profitableren Tourenangeboten.
Loadfox kombiniert mithilfe eines innovativen Algorithmus Teilladungen aus dem Partnernetzwerk zu profitableren Tourenangeboten.

Die mögliche Integration von Dienstleistungen Dritter, von Telematik und von Flottenmanagement-Software ist ein weiteres Plus. Um ein Beispiel zu nennen: Loadfox ist ein vielversprechendes, von MAN mitgegründetes Frachtbörsen-Start-up. Es führt Algorithmen aus, die Lkw-Ladekapazitäten in Echtzeit optimieren. Das auf Paketzustellungen am selben Tag spezialisierte Unternehmen stellt Ladungen zusammen, die die Frachtkapazitäten von Lkw ausschöpfen, indem es eine effizientere Verbindung zwischen Spediteuren und Transportunternehmen schafft.

Insgesamt verbessert die RIO Plattform die Konnektivität und den Waren- wie auch den Fahrzeugfluss. Sie sorgt für eine transparentere Logistik, bietet echte Vorteile und ermöglicht eine höhere Differenziertheit von Flottenmanagement-Systemen und Softwarepaketen.

Weil die Marken der Volkswagen Truck & Bus GmbH mit ihren umfassenden Erfahrungen die tragende Säule der RIO Plattform bilden, kann sich dieses Ökosystem auf dem Logistiksektor profilieren und die Zukunft des Transportwesens entscheidend umgestalten.